Eine Fahrt mit der Straßenbahn.
Seit 2 Wochen habe ich wieder Berufsschule. Das heißt wieder jeden Morgen mit der Straßenbahn in die Stadt und nachmittags wieder zurück fahren. So schlimm wie sich das im ersten Moment anhört, ist es aber gar nicht. Eine Fahrt mit der Straßenbahn ist aufregender als es eine U-Bahn je sein kann. Man trifft und sieht die unterschiedlichsten Typen und einige von ihnen bleiben einem sogar noch den ganzen Tag im Kopf.
Vor zwei Tagen ist eine ganze Familie in die Straßenbahn gestiegen. Eine Mutter mit ihren 3 Kindern. Lass das älteste Kind vielleicht 15, die Zweite vielleicht 11 und die Jüngste vielleicht 8 Jahre gewesen sein. Auf jeden Fall sind sie hinter mir eingestiegen, aber ich hatte schon ein ungutes Gefühl, weil die Straßenbahn ungewöhnlich stark anfing zu wackeln. Dann wurde das Wackeln stärker – aha, sie kommen in meine Richtung. Geht das erste Kind vorbei – dick. Kommt das Zweite – dicke. Ihr werdet euch denken können wie es weiter geht, oder? Richtig, die Dritte auch dick.
Dann dachte ich mir so, wenn jetzt noch die Mutter kommt, ist die bestimmt auch dick. Von irgendwo müssen es die Kinder ja haben. Und siehe da, die Mutter war sogar so dick, dass sie mit ihrem Fett die Lehnen links und rechts von ihr ordentlich streifte. Als sie sich hinsetzte, brauchte sie fasst 2 Sitze. War auf jeden Fall die dickste Mutter die ich in meinem noch jungen Leben sah. Im wahrsten Sinne des Wortes eine fette Sache.
Was heute passiert ist, überbot die dicke Mutter aber um Längen. Ich fuhr mit einer Freundin nach Hause, als ein Mann mit Beutel und Reisetasche in die Bahn stieg. Er fing schon an zu schwanken, noch bevor die Bahn los fuhr. Naja, ist ja nicht der erste Betrunkene der mit der Straßenbahn fährt, dachten wir uns und beobachten Schwanki, so nannten wir den Typen ab diesem Zeitpunkt, weiter. Als die Bahn an fuhr, packte er sich natürlich hin. War ja auch nicht anders zu erwarten. Seine Reisetasche, in der PET- und Glasflaschen waren (hörte sich zumindest so an), federte seinen Sturz aber ab.
Nach erstaunlich kurzer Zeit wusste er auch wieder wo er war und raffte sich auf. Er setzte sich auf den nächstgelegenen Sitzplatz, den er auch fast verfehlte, und musste auf den Sturzschreck erst mal eine Flasche Bier leer machen. Wir haben uns dann vorgestellt, wie er seinen Saufkameraden seinen krassen Sturz erzählt. Mit allen möglichen Ausschmückungen. Wir amüsierten uns köstlich.
So eine Fahrt mit der Straßenbahn ist auf jeden Fall ziemlich unterhaltsam. Besser als fernsehen. Schon abends bin ich gespannt was mich am nächsten Tag in der Straßenbahn erwartet. Eine Fahrt mit der Straßenbahn – aufregender als Weihnachten.

Hallo. Ich bin Morten, Jahrgang 1986, wohne in Schwerin und mache beruflich etwas mit Menschen. Hier werden Sachen und Dinge seit 2009 geschrieben. Meine Freizeit verbringe gerne in Bars, am Strand, auf Wiesen, an Seen, in Kinos und auf Tanzflächen.
Solange dich nicht eines der dicken Kinder in den Sitz quetscht und Schwanki dich nicht mit Bier überschüttet…
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@cimddwc: dann hätte es geklatscht, aber kein Beifall