Es weihnachtet.

Erbärmlich verängstigt stehe ich im Supermarkt vor unzähligen Regalen. Unfähig irgendwas zu denken, zu sagen oder mich zu bewegen.

Ich sehe nur silbere Sterne, leuchtend rote Verpackungen, grüne Tannen mit einem Schiss Glitzer verziert.

Bisher war heute recht in Ordnung, aber vor ein paar Stunden wurde ich mit Weihnachten konfrontiert. Ohne Vorwarnung, ohne Selbsthilfegruppen und ohne ein Sorgentelefon. Ich war alleine. Ganz allein. Mit allen diesen Weihnachtsgedöns.

Ich spiele mit dem Gedanken, mit dem Feuerwerfer in meiner Tausche Amok zu laufen, besinne mich jedoch auf meine gute Erziehung und laufe erstmal Hilfe suchend durch den Supermarkt.

Irgendwann tritt ein selbstbewusster Groß- und Einzelhandelskaufmannazubi vor meine Füße und fragt mich energisch: “Brauchen Sie Hilfe?” Meine kurze, aber präzise Antwort überraschte ihn wohl: “Weihnachten. September. Aaaaah!!!!”

Ich laufe verwirrt um die Weihnachtsregal herum, alle gucken mich komisch an. Außer ein älterer Herr. Er trägt rot-weiße Sachen und hat einen weißen Bart. Er hält mich fest und sagt: “Mein Sohn. Beruhige dich. Was wünscht du dir denn zu Weihnachten?”

Frohe Weihnachten!

16. September 2011 by Morten | Kategorie: Wahnsinn & Alltag | Schlagwörter: , ,

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