Kirschsaft.

Heute gab es eine Premiere. Meine Stalker wussten es schon früher. Ich war Blutspenden! Und es war alles halb so schlimm wie ich es mir ausgemalt hatte.

Ich bin mit 2 Freundinnen dort hin. Zuerst anmelden und die ersten Fragen über sich ergehen lassen, wie viel man über den Tag getrunken und gegessen hat. Danach hieß es ein bisschen warten. “Herr H. bitte!” – “Ooh, dass bin ich.” – dachte ich und ging in Richtung der Stimme. In der Hand hielt der recht gut aussehende Blutengel dann einen Stapel Zettel. Diese sollte ich dann lesen, vielleicht auch verstehen und ausfüllen. Dort tauchten zum Beispiel Fragen auf, ob man Homosexuell ist, HIV hat, längere Zeit im Ausland war, aus Afrika kommt, ob man sich gesund gefühlt und viele andere hochinteressante Fragen. Nach dem Ausfüllen dann dass erste mal Blut abgeben, aber nur ein paar Tropfen für einen Schnelltest und Blutdruck messen. Danach hieß es wieder warten.

Ein recht junger Arzt (vielleicht zwischen 30 und 35, kann aber schlecht schätzen) kam in den Aufenthaltsraum und rief mich auf. Ganz aufregt und mit schweißnassen Händen ging es dann zum Gespräch und zur Untersuchung. Wieder die Fragen ob man genug getrunken und gegessen hat, ein paar Fragen aus dem Fragebogen kamen auch noch und dann legte er mit der Untersuchung los. Lunge und Herz abhorchen, Puls messen, nochmal Blutdruck messen und Bauch abtasten. Alles gut überstanden.

Dann ging es eine Etage höher zum Blutspenden. Der Arzt übergab mich dann einem Blutengel und dieser lies mich auf einem Stuhl platz nehmen. Er fragte, was ich beruflich mache, ob ich schon mal Blutspenden war und so Sachen. Wie ich aufgezwungene Gespräche hasse, aber mit dem Gespräch wurde ich ruhiger. War also doch nicht so schlecht.

Auch er maß nochmal meinen Blutdruck – alle guten Dinge sind ja bekanntlich drei – und auch er kam zu dem Schluss (wie auch seine Vorgänger) dass der Blutdruck hervorragend sei. Hätte ich ihm auch vorher sagen können. Dann ging es auch schon los. Er schloss zuerst die Blutbeutel an und dann holte er die Nadel raus. “Ist nur eine kleine Nadel”, sagte er. Von klein konnte aber keine Rede sein. Aber als Altenpfleger ist man einiges gewohnt. Der Einstich tat zwar etwas weh, aber dann ging es komplett ohne Schmerzen. Und wie das Blut so in den Beutel floss, erinnerte mich die Farbe des Blutes doch ziemlich an Kirschsaft. Hab ich mir auf dem Nachhauseweg auch gleich gekauft.

Das Blutspenden an sich dauerte dann etwa 30 Minuten. Dann war ich die Nadel los, aber dafür bekam ich einen echt festen Verband (in schlau heißt das Druckverband). Der war so fest, dass ich das Ellenbogengelenk gar nicht mehr bewegen konnte. Sollte ja auch so sein. Will ja nicht wie Spiderman spritzend durch die Gegend laufen. Als kleines Geschenk gab es noch Traubenzucker und ich konnte wieder in den Aufenthaltsraum gehen.

Da deckte ich mich erst mal mit ordentlich Getränken ein und füllte einen intelligenten Zettel aus, auf den ich ankreuzen sollte, ob ich mein Blut spenden will oder nicht. Man beachte: diesen füllte ich nach dem Blutspenden aus! Nee, will ich natürlich nicht spenden. Will den Beutel mitnehmen, bei mir ins Gefrierfach legen und für schlechte Zeiten aufheben. Man schneidet sich ja mal schnell und da ist so ein Beutel Blut in Reserve ja gar nicht schlecht.

Als kleines Dankeschön bekam ich einen Gutschein für 20 Euro. Gehe ich noch mal hin, bekomme ich richtiges Geld. Zum Anfassen und so. Ich denke, ich werde öfter mal spenden gehen. Hat echt Spaß gemacht. Kann ich jedem nur ans Herz legen, es zumindest mal auszuprobieren.

18. März 2010 by Morten | Kategorie: Wahnsinn & Alltag | Schlagwörter: , ,

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