Nationalstolz 2.0.

Die Deutschen. Ein putziges Völkchen im Herzen Europas, was man einfach mögen muss. Pünktlich, penibel, hoffnungslos, deprimiert und stolz drauf. Bis vor ein paar Jahren auch das Einzige, worauf wir stolz waren. Kein anderes Völkchen konnte jeglicher guten Nachricht soviel schlechtes abgewinnen und darüber meckern wie wir.

Dann kam die Weltmeisterschaft im eigenen Land. 2006, dass Jahr was alles änderte. Eine Generation trat ins Scheinwerferlicht die sich nicht mehr demütig und mit deprimierender Stimmung über die Fehler seiner Vorfahren schämte. Die Generation war voller Nationalstolz – und stolz drauf. Und die Nationalstolzstimmung steckt an, plötzlich waren wir alle Stolz Deutscher zu sein. Es war so, als hätten wir unseren Nationalstolz wieder gefunden. Man wurde nicht als brauner Scheißer abgestempelt, wenn man lauthals die Nationalhymne sang und dabei mit voller Begeisterung die Deutschlandfahne schwang.

2008 wollten wir es alle noch besser machen. Schon Wochen vor der Europameisterschaft haben die Ersten wieder ihre Fahnen abgestaubt und ans Auto gehängt. Wo sich 2006 noch hemmungslos über einen 3. Platz gefreut wurde, war ein Vizeeuropameistertitel irgendwo enttäuschend. Wir alle wollten mehr. Endlich mal wieder die Besten der Besten sein.

Das Ziel schien 2 Jahre in unerreichbarer Ferne gerückt zu sein. Ob der Griff nach Weltruhm und weltweiter Anerkennung aus der Vergangenheit übrig geblieben ist? Dann kam der Eurovision Song Contest. Viele sagten, Lena würde gnadenlos untergehen. Nach den verkorksten letzten Jahren setzte kaum noch jemand Hoffnung in unseren Star für Oslo. Dennoch bewies Stefan Raab mal wieder sein musikalisches Gespür und holte den Contest nach Hause. Das erste mal dieses Jahr versank Deutschland in einem schwarz-rot-goldenem Meer.

Mit echtem deutschen Bier, Fernbedienung, einem ganzen Deutschland-Fan-Set, frisch abgestaubter Deutschlandfahne am Auto und unserem Nationalstolz 2.0 steuern wir auf das nächste fantastische Großereignis zu. Und wenn Ursula von der Leyen, Schwarz-Gelb und die Wirtschaftskrise uns Deutschen schon nicht die Laune verderben, wird es eine verkorkste WM wohl erst recht nicht tun.

08. Juni 2010 by Morten | Kategorie: Allgemein |

Crashkurs: Deutsch lernen in 5 Minuten.

Deutsch ist eine schwere Sprache und sie zu erlernen ist noch viel schwieriger. Als deutscher Blogger sehe ich mich daher in der Pflicht anderen Menschen, die diese wundervolle Sprache erlernen möchten, behilflich zu sein. Deswegen gibt es hier und jetzt einen Crashkurs. Und ich garantiere euch, dass ihr nach 5 Minuten perfekt Deutsch könnt.

Bei der Begrüßung eines anderen Menschen sagt man:

Ey Alter!

Sollte jemand auf einem öffentlichen Gelände dich angucken, gehst du forschen Schrittes auf ihn zu und sagst:

Was guggst du!? Isch mach disch platt, Alter!

Siehst du eine attraktive Frau auf der Straße, sagt man auf Deutsch folgendes:

Bunny! Voll krasses verschärftes Teil!

Sieht man etwas, was einem total gefällt, sagt man:

Ey, total konkret krass!

oder

Totale kranke krasse Scheiße, Alter!

Zur Verabschiedung ist möglichst folgendes zu wählen:

Hau rein, Alter! Halt alles senkrecht!

Dies waren die wichtigsten Sätze, die man als Neu-Deutscher unbedingt drauf haben muss. Weiterhin ist auf die Mimik und Gestik zu achten. Diese muss möglichst negativ, pessimistisch und bedrückend wirken. Nur so gliederst du dich optimal in die Gesellschaft ein.

Viel Erfolg!

03. Juni 2010 by Morten | Kategorie: Allgemein |

not my president.

Bild: sir_pepe

Matt, warum bloggst du nur noch so wenig?
Ich packe gerade meine Koffer und wandere aus.

02. Juni 2010 by Morten | Kategorie: Allgemein | 4 Kommentare (ist das viel?)

Germany, ein paar points.

Deutschland hat sie gesucht. Deutschland hat sie gebraucht. Er hat sie gefunden und Deutschland hat sie auf die Reise nach Oslo geschickt.

Es ist ja nicht so, als würden wir mit großen Erwartungen in den Eurovision Song Contest starten. Die Erfahrungen der letzten Jahre hat uns wohl jegliche Hoffnung auf Platz 1 genommen. Weltstars wie die Alex Christensen, No Angels, Gracia oder der Pumuckl-Verschnitt Lou scheiterten an Europas Publikum. Kann es da ein kleines unbekanntes Licht gerade rücken?

Es wird bestimmt nicht für Platz 1 reichen. Aber ich stelle mich jetzt hier hin und sage, dass Lena eine der ersten 5 Plätze belegen wird. Wo Stefan Raab seine Finger im Spiel hat, wird meistens zum Erfolg. Der Song hat potenzial, der Auftritt hebt sich von den anderen durch seine Einfachheit (gibt es das Wort überhaupt?) ab und die Coolness von Lena tut dem Song gut. Und die Hoffnung stirbt zuletzt, dass wir dieses Jahr mehr wie einmal “Germany, 12 points” hören werden.


Lena

Foto: aktiviosloCC-Lizenz

28. Mai 2010 by Morten | Kategorie: Allgemein |

27. Mai 2010 by Morten | Kategorie: Allgemein | 1 Kommentar ((k)ein Selbstgespräch)

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