sag hallo zum Paradoxon.

Es ist noch gar nicht so lange her, als bekannt wurde, dass ein paar Call-Center gesammelte Daten verkauft haben. Erinnert ihr euch an den Aufschrei? Unverantwortlich wie man mit privaten Daten umgeht, schärfere Gesetze wurden von heute auf morgen gefordert und diese Meldung hat uns wochenlang durch alle Medien begleitet. Gerade habe ich gehört, dass sich ein Datenschützer mal wieder über Google StreetView aufregt, wegen angeblicher verletzenter Privatsphäre und was weiß ich noch was er da noch für Blödsinn gelabbert hat.

Und nun? Der Staat bekommt eine CD angeboten, wo geklaute Daten von Privatleuten drauf sind. Ob sie nun Steuersünder sind sei mal dahin gestellt. Und was macht der Staat? Er kauft sie. Natürlich. Der Staat darf natürlich alles. Für ihn gilt das Recht schließlich nicht. Und wo bleiben da die Datenschützer? Die erschütterten Medien? In dem Fall braucht man die Daten und die Privatsphäre nicht schützen?

Auf der CD sind Steuersünder und sie sollen auch bestraft werden. Will ich ja gar nicht bestreiten. Aber darf man sich deshalb illegalen Mitteln bedienen? Mit dem Kauf dieser CD signalisiert der Staat, dass er Datenklau unterstützt. Wer weiß was in Zukunft noch auf uns zukommt und wieviele sich jetzt dazu berufen fühlen so eine CD zu erstellen. Gewisse Leute haben bestimmt die Möglichkeit dazu. Schnell verdiente Millionen verleiten und sind natürlich mitzunehmen.

Facebook vertickert seine Userdaten an Werbebriefverteiler, Twitter verkauft die eMail-Adressen seiner Nutzer an Spamverteiler, Call-Center verkaufen Adressen an Abofirmen, Banken verkaufen die Daten von Kontoinhabern die ihr Konto überzogen haben an Kreditfirmen und der Staat kauft Daten von Steuersündern. Wo ist da der Unterschied? Wird uns dass in der Zukunft erwarten?

Herzlich willkommen in unserem schönen neuen Healer-Staat.

06. Februar 2010 by Morten | Schlagwörter: , , , , ,

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