sag hallo zum Weltuntergang.

Von wegen die Welt geht am 21.12.2012 unter. Sie haben sich geirrt. Alle! Den ganzen Tag kam es in Dauersendungen im Fernsehen, Radio und es stand überall im Internet. Die Welt geht schon morgen unter. Überraschend? Nicht wirklich, der rapide Klimawandel der letzten Jahre und die erhöhte Sonnenaktivität haben es schon vermuten lassen. Jetzt ist es passiert. Morgen ist alles vorbei. Man bekommt alles, was man will – für umsonst, denn Geld ist irrelevant geworden. Von eine Sekunde auf die andere. Ob jemand reich oder arm ist, welche Hautfarbe er hat oder welcher Religion er angehört. Zum ersten mal in der Weltgeschichte herrschte Frieden auf der ganzen Welt. Alle lebten ihren letzten Tag.

Als ich gestern die Nachricht vom Weltuntergang erfuhr, habe ich sofort meine Arbeit hin geschmissen und habe in der verbleibenden Zeit gelebt. Wirklich gelebt. Ich habe meine ganze Familie geschnappt und dann waren wir den ganzen Tag auf Achse. Meine Schwester und ich haben uns tätowieren lassen. Dann waren wir shoppen und haben uns ein komplett neues Outfit zugelegt. Man will ja schon etwas schicker aussehen, wenn man nächsten Tag beim Chef antreten muss und sich für sein vergangenes Leben zu rechtfertigen hat.

Als wir uns dann in unsere neuen Outfits geschmissen hatten, haben wir spontan entschieden zum nächsten Flughafen zu fahren. Dort angekommen fing eine große Diskussion an. Wohin soll es gehen. Die Welt stand uns offen, denn Geld war irrelevant. Wir entschieden uns für New York. Eine sehr geile Stadt, in der man viel sehen kann/konnte und gleichzeitig viel erleben kann/konnte. New York war schon immer ein Traum von mir. Am letzten Tag wurde er wahr. Wir besuchten die Freiheitsstatue, kletterten an Seilen das Empire State Building hoch, machten Bungee Jumping von der Brooklyn Bridge, schwammen im Hudson River und machten noch viele andere schöne, abenteuerliche und unglaubliche Dinge.

Langsam wurde es dunkel, die ständigen Erdbeben, die uns über den ganzen Tag begleiteten, wurden immer heftiger, es kam eine innere Unruhe auf und langsam ging es dem Weltuntergang entgegen. Die letzte Nacht wurde eine besondere Nacht. Wir dachten gar nicht an Schlaf. Wir stürzten uns Hals über Kopf in das New Yorker Nachtleben und tingelten von einer Abschiedsparty zur nächsten. Es war sehr geil und so besoffen, wie in dieser Nacht, war ich mein ganzes Leben noch nicht.

Dann erblickten wir die ersten Sonnenstrahlen am Horizont. Der Tag des jüngsten Gerichts war angebrochen. Die Erdbeben wurden über Nacht so schlimm, dass bereits die ersten Häuser einstürzten und die ersten riesigen Risse entstanden.

An einer Straßenecke erblickten wir eine Stretch-Limo, die wir uns sofort schnappten und kreuz und quer durch die Staaten fuhren. Wir spielten uns durch alle Casinos in Las Vegas, erklimmten die Golden Gate Bridge in San Francisco und schlugen George Washington am Mount Rushmore die Nase ab. Wir dachten über unsere Taten nicht eine Sekunde nach. Irgendjemand schlug was vor und wir machten es einfach. Jeder hatte Lust auf alles. Es waren die geilsten 24 Stunden in unserem Leben.

Es war mittlerweile kurz vor 12 Uhr. Die Erdbeben wurden so stark, dass kein Gebäude stehen blieb. Es taten sich riesige Abgründe auf. Die Erde verschlang sich quasi selbst. Über uns stürzte der Himmel ein und die ganze Welt wurde von riesigen Tsunamis heimgesucht. Es war schlimmer als jeder Wissenschaftler es vorhergesehen hatte.

Jetzt sitzen wir hier im Grand Canyon, schauen mit starrem Blick auf den Horizont, während um uns herum die Welt untergeht. Wir blicken zurück, auf unser Leben. War es sinnvoll? War es gut? War es lebenswert?

Die Erde bebt so heftig wie noch nie. Ein riesiger Riss tut sich unter uns auf. Wir spüren es. Langsam wird er größer. Wir spüren es. Wir sitzen auf dem nackten Boden, der langsam im Abgrund verschwindet. Reflexartig versuchen wir uns irgendwo festzuhalten. Doch es ist zu spät. Es ist vorbei. Hier und jetzt.

07. Januar 2010 by Morten | Schlagwörter: , , , ,

F**k yeah! 8 sagten etwas!

  1. Was würdest du tun, wenn morgen die Welt untergeht?

  2. Bei verbleibenden 24 Stunden bestimmt keine acht Stunden eingepfercht im Flieger nach NY verplempern ^^

    Ich weiß zumindest was ich nicht tun würde: bei alten und ehemaligen Freunden oder Freundinnen anrufen, um um Vergebung für was weiß ich zu bitten. Wenn ich es bis jetzt nicht für nötig hielt, dann hat es mein Gewissen wohl nicht allzu sehr belastet. Und wer will am Tag des jüngsten Gerichts schon wertvolle Minuten durch Jammern und Betteln vertrödeln, wenn eh alles Wurscht ist?

    • Das war kein normaler Flieger, dass war so’n Überschall-Flieger Wegen Zeitersparnis und so

      • Dann sag das doch gleich. Dann würde ich es mir evtl auch überlegen

      • ja nu ist ja schon zu spät. Der Weltuntergang war ja jetzt schon. Hast ihn etwa verschlafen?

  3. Ja, wie tot

  4. nur so die welt muss nicht unbedingt untergehen aber fallen dir nicht langsam die ganzen naturkatastrophen auf die dieses jahr wahren und jetzt sind z.b pakistan fast das ganze land betroffen russland die brände die 3 vulkan ausbrüche die dies jahr waren ist das net genug und jetzt noch die flut in görlitz ?

  5. und das is nur ein kleiner teil der vielen naturkatastrophen die dieses jahr waren