sag hallo zur Eiszeit.
Kannst du dich noch erinnern? Es war vor 40 Jahren, wir waren noch jung und genossen jedes Jahr aufs neue den Sommer. Wir lagen am Strand, verbrachten Stunden im Meer und waren auf jeder Beachparty. Der Sommer – das war unser Ding.
Dann kam der Winter 2009. Zuerst schien es ein etwas strengerer Winter zu sein, aber immer noch Durchschnitt. Um die Weihnachtszeit hatten wir zwischen -20° und -40°C. Politiker trafen sich in Kopenhagen um zu beraten was man gegen die Erderwärmung tun könne. Das sie sich diese Zeit hätten sparen können, wusste niemand.
Mittlerweile war es April 2010. Auf der ganzen Nordhalbkugel lag Schnee. Schneewehen waren teilweise höher als Häuser und Wasserleitungen gaben ihren Geist auf. Wissenschaftler versuchten herauszufinden, warum es dieses Jahr nicht wärmer wird. Seit Anfang Dezember 2009 leben wir im Dauerfrost. Und niemand wusste warum.
Ich weiß es noch als wäre es gestern gewesen. Einschneidende Momente brennen sich ins Gehirn, wie der 11. September 2001. Es war der 3. Juni 2010, ich machte morgens den Fernseher an und auf N24 unterbrachen sie ihr laufendes Programm um Live-Bilder aus der Sahara, Iran, Afghanistan und Mexiko zu zeigen. Dort schneite es und die Temperaturen lagen dort zwischen -5 und – 15 Grad. Es war als würde die Welt erfrieren. Bei uns lag auch noch Schnee. Mittlerweile waren wir bei ungefähr 50 Zentimeter und einer Durchschnittstemperatur von -30 Grad. Die Straßen wurden von Woche zu Woche leerer.
Irgendwann im Sommer 2010 gaben einige Wissenschaftler eine Pressekonferenz. Sie sprachen von einer Anomalie, man sah ihnen ihre fragenden Gesichter an. Sie sagten, die Erde hätte ihre Umlaufbahn um die Sonne geändert. Sie wussten nicht warum, aber für sehr lange Zeit würde es jetzt so kalt bleiben, wenn nicht noch kälter werden.
Wir machten das Beste aus unserer Situation. Wir fuhren an unseren Strand und anstatt im Meer zu baden fuhren wir Schlittschuh. Wir fuhren soweit aufs Meer hinaus, wie wir uns noch letzes Jahr noch nichtmal getraut hätten. Es war geil. Beachpartys gab es aber keine mehr. Schade.
Hilfsorganisationen der ganzen Welt waren damit beschäftigt Obdachlosen zu helfen. Sie baten die Regierungen der Welt um Hilfe, doch sie hielten lieber eine Konferenz nach der anderen ab anstatt endlich mal anzupacken. So starben allein im ersten Jahr zigtausende Obdachlose weltweit. Die Menschen in den ärmeren Ländern hatten besonders mit den extrem kalten Temperaturen zu kämpfen.
Die Jahre vergingen, die Kälte blieb. Ab und zu hatten wir es richtig warm. Die Temperaturen kletterten auf -40 Grad. Das war allerdings die Ausnahme. Im Durchschnitt hatten wir -70 Grad und unser alltägliches Leben geriet aus den Fugen. Autos sprangen schon lange keine mehr an, wenn wir mal eine halbe Stunde Strom hatten waren wir froh und von der Heizung will ich erst gar nicht reden.
Wie hundertausend andere Menschen werden wir umziehen. In den Süden. In die Länder die wir einst die Dritte Welt nannten. Die manche Menschen verachteten oder Berichte über die Länder mit einem lapidaden Spruch wie “Die sind ja selbst Schuld.” kommentierten. Wir gaben ihnen in der Vergangenheit nicht die Hilfe die sie brauchten, doch in unserer größten Not nahmen sie uns auf und gaben uns ein neues Zuhause. Dort war es erträglich. Tiefswerte von -20 Grad kamen uns zu Anfang vor wie Hochsommer.
Die Weltraumbehörde veröffentlichte irgendwann ein Bild unserer Erde. Sie sah aus wie eine riesige Schneekugel. Es war nicht zu erkennen wo ein Kontinent, ein Gebirge oder ein Ozean war. Es war alles weiß.
Jetzt haben wir 2050. Die Zeit für die einst Wissenschaftler den großen Klimawandel vorher sagten. Deutschland sollte eine Wüste werden. Heute muss man Deutschland unter einem riesigen Gletscher erstmal finden.
In Südafrika haben wir uns nach der großen Völkerwanderung niedergelassen. Uns geht es mindestens genauso gut wie früher. Zwar mussten wir auf einigen Luxus verzichten, aber wir kommen auch gut ohne zurecht. Gerade haben wir eine Familie aus Schnee gebaut. Wir genießen unser neues Leben. Ich hätte niemals gedacht dass ich das mal sagen – aber ich liebe den Schnee und die Kälte.

Hallo. Ich bin Morten, Jahrgang 1986, wohne in Schwerin und mache beruflich etwas mit Menschen. Hier werden Sachen und Dinge seit 2009 geschrieben. Meine Freizeit verbringe gerne in Bars, am Strand, auf Wiesen, an Seen, in Kinos und auf Tanzflächen.
Mach mir keine Angst .__. Ich hasse Schnee :/
Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass N24 das Programm unterbrechen würde?! Die würden in ihrer Doku über große Flugzeugträger, etc. höchstens nen Breaking-News-Laufband einblenden.
Ansonsten klingt es ein wenig wie ein Alternativdrehbuch zu Day After Tomorrow
Ach doch, dafür unterbrechen die auch
The Day After Tomorrow war auch, neben dem kalten Wetter der letzten Wochen, die Inspiration zu diesem Post 
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